Wenn plötzlich das Hochhaus wackelt

Ein starkes Erdbeben in Kolumbien war auch in unserem Hochhaus in Costa del Este deutlich zu spüren und wurde für uns zu einer ungewohnten Erfahrung.

Buch-Update

Heute Morgen gegen 7:45 Uhr war auch in Costa del Este ein deutliches Wackeln zu spüren. Ursache war ein starkes Erdbeben mit Epizentrum in Kolumbien, das auch in verschiedenen Teilen Panamas wahrgenommen wurde.

Meine Frau und ich waren zu diesem Zeitpunkt oben auf dem Dach unseres Hochhauses im Pool. Sie sagte plötzlich: „Es wackelt, es wackelt.“ Ich selbst hatte zunächst gar nichts bemerkt. Erst nachdem ich aus dem Pool gestiegen war, wurde mir klar, dass sich das Gebäude tatsächlich bewegt hatte.

Wir gingen anschließend über das Treppenhaus zurück in unser Apartment. Da inzwischen nichts mehr zu spüren war, habe ich erst einmal geduscht. Als wir wenig später aus dem Fenster schauten, sah die Situation allerdings schon etwas anders aus: Vor mehreren der umliegenden Hochhäuser hatten sich größere Menschengruppen versammelt. Offenbar hatten viele Bewohner ihre Gebäude verlassen.

Da wurde mir dann doch etwas mulmig. Also angezogen und ebenfalls über das Treppenhaus nach unten. Dort erfuhren wir, dass die Ursache ein starkes Erdbeben in Kolumbien gewesen war.

Inzwischen sind wir wieder in unserem Apartment und alles ist ruhig.

Erdbeben gehören sicherlich nicht zu den Dingen, über die man beim Auswandern nach Panama als Erstes nachdenkt. Wer aus Deutschland kommt, kennt solche Situationen normalerweise kaum aus eigener Erfahrung.

Auch in Costa del Este muss man jedoch damit rechnen, gelegentlich ein Erdbeben aus der Region zu spüren – besonders in einem Hochhaus. Das bedeutet nicht, dass man hier ständig mit einer ernsthaften Gefahr leben müsste. Aber wenn plötzlich der Boden oder das Gebäude wackelt, merkt man sehr schnell: Auch das gehört zu den Naturereignissen, die einem in Panama begegnen können.

Update vom 12. August 2026

Einordnung des Erdbebens

Das Epizentrum des Erdbebens der Magnitude 7,4 lag bei San José del Palmar im Departamento Chocó in Kolumbien, ungefähr 400 Kilometer von Costa del Este entfernt. In Costa del Este waren somit die Auswirkungen eines weit entfernten starken Erdbebens zu spüren. Während unser persönliches Erlebnis hier trotz des Schreckens letztlich glimpflich verlief, hatte das Erdbeben in Kolumbien dramatische Folgen: In verschiedenen betroffenen Regionen wurden Gebäude zerstört oder schwer beschädigt, Menschen verletzt und Todesopfer gemeldet.

Angesichts dieser Folgen erscheint unser eigenes Erlebnis in Costa del Este in einem anderen Licht. Mein Mitgefühl gilt den Menschen in Kolumbien, die Angehörige verloren haben, verletzt wurden oder durch das Erdbeben ihr Zuhause oder Eigentum verloren haben.

Kann so etwas auch in Costa del Este passieren?

Panama-Stadt und Costa del Este sind nicht erdbebenfrei. Zentralpanama besitzt aktive geologische Störungen, und auch im Raum Panama-Stadt hat es in der Vergangenheit stärkere Erdbeben gegeben. Moderne Gebäude in Panama werden unter Berücksichtigung seismischer Belastungen geplant; das aktuelle panamaische Regelwerk REP-2021 enthält entsprechende Anforderungen an die Tragwerksplanung. Wie erdbebensicher ein konkretes Gebäude tatsächlich ist, hängt jedoch unter anderem von Baujahr, Konstruktion, Bauausführung und den örtlichen Bodenverhältnissen ab. Dass ein Hochhaus bei einem weit entfernten Erdbeben spürbar schwankt, bedeutet nicht automatisch, dass es strukturell gefährdet ist: Hochhäuser besitzen konstruktionsbedingt eine gewisse Flexibilität. Eine Sicherheitsgarantie für ein einzelnes Gebäude lässt sich daraus allerdings nicht ableiten.