USA haben mehr als 175.000 Visa widerrufen

Die USA haben seit Beginn der zweiten Amtszeit von Präsident Donald Trump mehr als 175.000 Visa ausländischer Staatsangehöriger widerrufen. Die hohe Zahl ist Teil einer deutlich verschärften Überprüfung von Visuminhabern und Antragstellern.

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Die US-Regierung hat seit Beginn der zweiten Amtszeit von Präsident Donald Trump mehr als 175.000 Visa ausländischer Staatsangehöriger widerrufen. Das teilte das U.S. Department of State mit. Noch im Januar 2026 war von mehr als 100.000 widerrufenen Visa die Rede gewesen.

Nach Angaben des Außenministeriums gehören zu den häufig genannten Gründen Verstöße gegen Visabedingungen, Straftaten und Sicherheitsbedenken. Genannt werden unter anderem Körperverletzung, Fahren unter Alkohol- oder Drogeneinfluss (DUI), Diebstahl und Drogendelikte. Auch Visumbetrug und andere Formen des Missbrauchs können zum Widerruf führen.

Die Behörden gehen zudem gegen sogenannten Geburtstourismus vor. Dabei handelt es sich um Reisen, deren primärer Zweck darin besteht, ein Kind in den USA zur Welt zu bringen, damit es die US-Staatsbürgerschaft erhält. Nach Angaben des Außenministeriums wurden in diesem Zusammenhang allein durch eine US-Auslandsvertretung in Nordafrika mehr als 100 Visa widerrufen. Das State Department stellt ausdrücklich klar, dass Geburtstourismus kein zulässiger Grund für die Erteilung eines Besuchervisums ist.

Die Entwicklung steht im Zusammenhang mit einer insgesamt verschärften Überprüfung von Visa und Visumanträgen. Seit dem 30. März 2026 hat das U.S. Department of State beispielsweise die Prüfung der Online-Präsenz auf weitere Kategorien von Antragstellern für Nichteinwanderungsvisa ausgeweitet.

Die Zahlen bedeuten nicht, dass gewöhnliche Verkehrsverstöße generell zum Verlust eines US-Visums führen. Bei den vom State Department ausdrücklich genannten Verkehrsdelikten geht es insbesondere um Fahren unter Alkohol- oder Drogeneinfluss. Entscheidend sind der konkrete Einzelfall und die jeweiligen gesetzlichen Voraussetzungen.

Relevanz: Die Entwicklung zeigt, dass ein bereits erteiltes Visum nicht automatisch bis zum Ablauf seiner Gültigkeit unangetastet bleibt. Wer längerfristig im Ausland lebt, arbeitet oder regelmäßig in die USA reist, sollte berücksichtigen, dass Visuminhaber auch nach der Erteilung überprüft werden können. Besonders relevant ist dies bei strafrechtlichen Vorfällen, Verstößen gegen Visabedingungen oder Angaben, die von den Behörden als Visummissbrauch bewertet werden können. Darüber hinaus könnte die verschärfte US-Praxis auch über die USA hinaus Bedeutung gewinnen: Andere Staaten könnten vergleichbare Kontroll- und Überprüfungsverfahren einführen oder bestehende Verfahren verschärfen. Ob dies tatsächlich geschieht, ist derzeit offen. Für Auswanderer ist die Entwicklung deshalb auch als mögliches Signal für einen international strengeren Umgang mit bereits erteilten Visa und Aufenthaltsberechtigungen relevant.

Quelle

Reuters / U.S. Department of State

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